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Salon | „One-Party-Mediation“

Im Oktober war der Mediative Mittwoch fabelhaft, insgesamt 30 Teilnehmer wollten die Methode One-Party-Mediation von Jörn Carstens kennenlernen. Die Einzelarbeit kann der Vorbereitung einer Partei auf ein Mediationsverfahren dienen, als auch nachbereitend sinnvoll sein. Bereits bei der ersten Kontaktaufnahme (z.B. vertrauliche Einzeltelefonate mit den Beteiligten) kann der Mediator durch Fragen ermitteln, ob für einzelne Konfliktparteien One-Party-Mediation in Betracht kommt.Mögliche Fragen für das vertrauliche Erstgespräch:

  • „Für wie wahrscheinlich halten Sie den Erfolg der Mediation?“
  • „Für wie fähig halten Sie sich, an der Mediation teilzunehmen?“

und

  • „Für wie fähig halten Sie den anderen, an der Mediation teilzunehmen?“
  • „Für wie wahrscheinlich glauben Sie, hält der andere den Erfolg der Mediation?“

Antwortet der Befragte zu 1. und 2. z.B. „eher unwahrscheinlich“ bzw. „eher nicht fähig“, ist dies ein erstes Indiz für eine mögliche Bereitschaft zur Einzelarbeit. Die Fragen 3. und 4. helfen, eine eventuelle Einzelarbeit bei der anderen Konfliktpartei zu ermitteln.
 
Nach der Pause stellte Jörn Carstens Übungen aus dem Sozialen Panorama (Lukas Derks) vor. Die Vorstellung eines Abschiedsrituals (nach John Grinder) bildete den Abschluss des Abends. Wenn der Mediator am Ende der Einzelarbeit das Gefühl hat, dass zwischen der anwesenden und der abwesenden Konfliktpartei noch Ärger besteht, kann folgendes „Dank aussprechen“ eine Klärung bringen. Der Mediator stellt dabei der anwesenden Konfliktpartei Fragen und bittet sie, zu verschiedenen Lernerfahrungen dem Konfliktpartner „Danke“ zu sagen:

  • „Wo im Raum ist er/sie?“
  • „Wie groß ist er/sie?“
  • „Bedanken Sie sich bitte bei ihm/ihr, was Sie …

    a)      … von ihm/ihr gelernt haben.“

    b)     … mit ihm/ihr gelernt haben.“

    c)      … über ihn/sie gelernt haben.“

    d)     … über sich gelernt haben.“

  • „Gab es eine Situation im Konflikt, in dem Sie über ihm/ihr waren? Wenn ja, bedanken Sie sich bitte bei ihm/ihr, was Sie in dieser Situation gelernt haben.“
  • „Bedanken Sie sich bitte bei ihm/ihr, was Sie …

    a)      … unter ihm/ihr gelernt haben.“

    b)     … neben ihm/ihr gelernt haben.“

 
 

Jörn Carstens ist Naturwissenschaftler (Gutachter in (öffentlichen) Genehmigungsverfahren, Sachgebiet Grundwasser) und arbeitet daneben als NLP-Trainer, Wirtschaftsmediator und systemischer Coach. Außerdem bietet er Seminare zum Thema „Konflikte“ mt Spezialthemen zur Kommunikation in Konflikten an.

SALON | „Kommunikationstools für Mediatoren“

Aus Ihrem großen Werkzeugkoffer präsentierten uns im Oktober die beiden Coaches und Mediatoren Andrea Tetzlaff und Jörn Carstens hilfreiche kleine Interventionen für eine gute Kommunikation in der Mediation: Jörn Carstens startete mit der Basis für ein gutes Gespräch, das „4-Mat“ der Leitfragen für eine Strukturierung. Als nächstes folgte eine Methode, mit der es gelingt, den Medianten im Rahmen der ersten Phase bei der Schilderung seines Problemzustands  von den Verallgemeinerungen wie „ständig, immer, nie, etc.“ wegzubringen, und ihm die Endlichkeit der Situation bewusst zu machen.
 
Unlösbare Probleme entstehen durch sprachliche Generalisierungen, Tilgungen und Verzerrungen. Damit Sie aufgelöst oder zumindest aufgeweicht werden können, gilt es, sie zu spezifizieren, zu vervollständigen oder auf anderem Wege zu konkretisieren. Und wenn Medianten negative Ziele formulieren, kann der Mediator mit der Gegenfrage „Sondern/was stattdessen?“ den Fokus auf konstruktive zu erreichende Ziele lenken. Dazu passt das Zitat von Paul Watzlawick

Oft reicht es aus, die Bewertung des Problems zu überprüfen und zu verändern, anstatt das Problem zu verändern.

 
Diese und einige andere Feinheiten vermittelten uns die beiden inspirierenden Referenten innerhalb einer Stunde und machten vielen Teilnehmer Lust auf mehr.
 
Der zweite Teil des Abends gehörte der Präsentation der Homepage des Arbeitskreises Mediation und unseres Logos.
 
 

Andrea Tetzlaff gelernte Hotel-Kauffrau, arbeitet als Führungskraft und Leitung Personalentwicklung, seit 2005 selbstständig in diesem Bereich. Sie besitzt eine Trainer- und Coachausbildung und ist Wirtschaftsmediatorin; Jörn Carstens, Diplom-Geologe, arbeitet selbstständig als Gutachter und Planer in (öffentlichen) Genehmigungsverfahren. Dies wird heute durch eine Coaching- und Mediationspraxis ergänzt. Er ist zertifizierter NLP-Trainer, Coach und Wirtschaftsmediator.