SALON | Diagnostik in der Mediation

Als Referentin begrüßen wir im November die Psychologin Ann Christine Hlawaty. Sie wird ein von ihr entwickeltes diagnostisches Modell und Vorgehen darstellen, das sich im beruflichen Kontext bei Mediationen vielfach bewährt hat. Anschließend diskutieren wir Chancen und Begrenzungen bei der Adaptation auf andere Anwendungsfelder der Mediation.
 
Das Wort Diagnose kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Unterscheidung, Entscheidung“. In medizinischen und sozialen Berufen ist selbstverständlich, dass vor jeder Intervention eine Diagnose stehen muss. Bezogen auf das Mediationsverfahren ist bislang überraschend wenig unternommen worden, um systematisch belastbare Kriterien für professionelle Weichenstellungen in Konfliktlösungsprozessen zu ermitteln. Im Rahmen des SALONS wollen wir uns deshalb mit folgenden Fragen beschäftigen:

  • (Warum) braucht das Mediationsverfahren ein diagnostisches Rahmenkonzept?
  • Ethik und Diagnostik: Blickrichtungen und Haltungen
  • Anzeichen und Signale mit prognostischer Aussagekraft in den unterschiedlichen Stadien einer Konfliktlösung
Ann Christine Hlawaty ist Diplompsychologin, Mediatorin und Businesscoach. Sie ist spezialisiert auf die Entwicklung komplexe Konfliktlösungen im Arbeitsleben und löst seit über 20 Jahren berufliche Konflikte in allen Wirtschaftsbereichen. Zu ihren Kunden zählen unter anderem Banken und Versicherungen, Unternehmen in den Bereichen IT und Telekommunikation, Verlage, Unternehmen der Metallindustrie, Pharmaunternehmen, Anwaltskanzleien sowie verschiedene Einrichtungen des öffentlichen Dienstes.

SALON | Kommunikation in der Krise

Ein spannendes Thema haben wir bei unserem Oktober-SALON zu bieten: den Umgang mit der Krise. Totschweigen oder offen ausplaudern? Beides birgt Risiken, aber auch Vorteile. „Was tun in der Krise?“ wird uns unser Referent und Krisenprofi Matthias Onken hoffentlich beantworten können!


Egal, ob in der Wirtschaft, Politik oder in der privaten Beziehung: Im Krisenmodus geraten Routinen und Strukturen des Alltags außer Kontrolle, Emotionen bestimmen das (Nicht-)Handeln der Betroffenen. Wer in solchen Situationen stumm bleibt, droht unter der Last der unkommentierten schlechten Nachrichten erdrückt zu werden.


Warum es in Krisen keine erfolgsversprechende Alternative zur offenen, transparenten Kommunikation nach innen und außen gibt und warum journalistisch geprägtes Themen-Setting die Rettung sein kann, wird unser Gast Matthias Onken an zwei konkreten Beispielen aus seiner Praxis erläutern.

Matthias Onken berät und coacht mit seiner Agentur Unternehmen, Verbände, Politik und Persönlichkeiten in Fragen strategischer Kommunikation. Dabei geht es meist um eine Krisensituation oder den Aufbau von Marken und Personen. Fast 16 Jahre hat der gelernte Journalist als Reporter und Blattmacher für Zeitungen (u.a. Mopo, BILD Hamburg) gearbeitet, bevor er 2011 für den Wechsel in die Selbstständigkeit kündigte.

Nachbericht zum SALON 0916

Den SALON „Mediationsmarketing und Elevator Pitch“ eröffnete Friederike Matheis mit drei wichtigen Fragen, die sich jeder (Selbstständige) stellen sollte, bevor er darüber nachdenkt, über welche Wege er Marketing betreiben möchte. Sie betreffen den Zweck der Existenz eines Unternehmens, in Anlehnung an die „Big Five Of Life“ des amerikanischen Trainers und Autors John P. Strelecky:

  • „Wer bin ich (als Selbstständiger, als Dienstleister, als Mediator, etc.)?“ Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Selbst ist wichtig für ein effektives Marketing!
  • „In Bezug auf mein Selbst und meine Fähigkeiten, was möchte ich in die Welt bringen?“
  • Und zum Abschluss: „Warum will ich das tun? Was sind meine Beweggründe, die mich antreiben?“

Die Fragen machen deutlich, dass Marketing eine Klarheit über das eigene Tun und seinen Nutzen voraussetzt, deshalb behaupten die Referentinnen auch „Marketing ist gleichzusetzen mit Unternehmensführung. (Sophie Löffler)“ und „Marketing ist einfach alles! (Friederike Matheis)“


Nach diesem Einstieg führte Sophie Löffler in das konkrete Marketingtool Elevator Pitch ein. Die Kurzvorstellung (ca. 30 Sek.) der eigenen Person und Tätigkeit sollte stets vom Setting und der Zielgruppe abhängig sein. Ein Universal-Elevator Pitch, der auswendig gelernt und dann emotionslos heruntergerattert wird, ist nicht nur erfolglos für das eigene Marketing, sondern schlimmstenfalls sogar geschäftsschädigend. Pro Zielgruppe sollte ein Elevator Pitch präsentiert werden können. Als weitere Anregung gab Sophie Löffler den Tipp, für einen eleganten Einstieg in die eigene Vorstellung auf den Vorredner einzugehen, um sich dann mit der inneren Haltung „It’s Showtime!“ selbst zu präsentieren.


Die Teilnehmer hatten dann die Aufgabe, sich in Kleingruppen für vier verschiedene Settings Gedanken für eine sinnvolle Selbstdarstellung zu machen. Was sollte bei einem inoffiziellen Get-Together in den Vordergrund gestellt werden, was sollte auf jeden Fall auf einer „Über mich“-Seite der eigenen Homepage stehen? Die Überlegungen und Erkenntnisse wurden am Ende des Abends diskutiert und festgehalten.


Neben den beiden Vorträgen machten die extrem liebevoll gestalteten Flipcharts von Sophie Löffler den SALON zu einem tollen Abend! Wir bedanken uns herzlich bei unseren beiden Referentinnen und unseren Teilnehmern!

SALON | Mediationsmarketing und Elevator Pitch

Frisch und erholt aus der Sommerpause zurück, ist die zweite Jahreshälfte für den Einen oder Anderen eine gute Gelegenheit, sein Marketingkonzept unter die Lupe zu nehmen. Wir begrüßen deshalb im September unsere beiden Referentinnen Friederike Matheis und Sophie Löffler, die sich dem Thema Marketing für Mediatoren widmen werden.
 
„Fälle fallen nicht vom Himmel, da muss ich aktiv werden!“, diese Erkenntnis trifft MediatorInnen nach der Ausbildung häufig. Viele ausgebildete MediatorInnen befassen sich wenig strategisch mit der Frage, wie sie ihr Dienstleistungsprodukt auf dem Markt etablieren wollen. Marketingfragen für die Mediationsdienstleistung sind üblicherweise nicht Teil der Mediationsausbildung. Oft sehen sich frisch ausgebildet MediatorInnen mit der Frage konfrontiert, wo der Markt für ihr Mediationsangebot ist. Um diese und mehr Fragen wird sich alles bei unserem aktuellen SALON drehen. Nach einer kurzen Einführung in das Thema Marketing für die Dienstleistung von MediatorInnen erfahren Sie mehr über eines der wichtigsten Marketing-Kommunikationsmittel, den sogenannten „Elevator Pitch“. Der Elevator-Pitch ist eine kurze, sorgfältig geplante und gut geübte Beschreibung Ihres Unternehmens und Ihrer Dienstleistung, die so prägnant formuliert ist, dass Ihr Gegenüber sie in der knappen Zeit einer Fahrstuhlfahrt versteht und davon möglichst begeistert ist. Dieses Tool der Marketing-Kommunikation werden wir in Kleingruppen erarbeiten und steht Ihnen dann für Ihre eigene Akquisition zur Verfügung.

Friederike Matheis und Sophie Löffler beraten und coachen in Kooperation MediatorInnen speziell in Fragen zum Thema Marketing und Akquisition. Friederike Matheis ist zertifizierte Anwalts-Mediatorin, Erfolgs-Coach für Rechtsanwälte und Seminaranbieterin für Selbstentwicklung und Life-in-Balance unter ihrer Marke beyourself!®. Sophie Löffler, Marketingkauffrau mit langjähriger Erfahrung in der Versicherungsbranche und zertifizierte Mediatorin, bietet unter dem Namen „Umbruch Mediation“ ihre Dienstleistung als Mediatorin in Familienangelegenheiten an.

Nachbericht zum SALON 0716

Der SALON „Trauer und (Selbst)Empathie“ wird uns sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben. Zunächst hatten wir im „Fritzis“ einen etwas holprigen Start durch fehlende Technik, die dank spontaner Nachbarschaftshilfe jedoch überbrückt werden konnte. Ein großer Monitor ersetzte den fehlenden Beamer und so konnte die vorbereitete Präsentation doch noch gezeigt werden.


In das Thema führte Andrea S. Klahre ein mit einem Zitat von Sheryl Sandberg, Geschäftsführerin von facebook, die ihren Mann bei einem Sportunfall verlor: „Es ist die Ironie meines Lebens, dass ich meinen Ehemann verlieren musste, um mehr Dankbarkeit zu lernen.“


Trauer ist eine Wellenbewegung der Gefühle, ein Pendel, das stetig von Kummer zu positiven Gefühlen hin und her schwingt. Viele Kulturen sehen feste Trauerzeiten vor, in der die Menschen sich vom Verstorbenen verabschieden. Trotzdem ist die Dauer der Trauerphase und der Trauerprozess jedes Menschen individuell. Auch wenn derzeit versucht wird, dass schwierige Trauerverarbeitung als Krankheitsbild anerkannt wird und Menschen in chronische Trauer abgleiten können, gewinnt in den meisten Fällen die Trauer nicht die Oberhand über unser Leben. Stattdessen hat die Trauerforschung gezeigt, dass Trauer für Menschen zu vorteilhafter Veränderung und persönlichem Wachstum führen kann. Als Pionier auf den Forschungsgebieten der Resilienz und der Trauer gilt George A. Bonanno, Professor für Klinische Psychologie an der Columbia Universität in New York. Die Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross beschäftigte sich intensiv mit dem Tod und dem Umgang mit Trauer und beschreibt fünf Phasen der Verarbeitung: Verleugnung, Zorn, Verhandeln, Depression und schließlich Akzeptanz.


Aus neurobiologischer Sicht ist Trauer eine Stressreaktion, ein Versuch von Psyche und Körper, mit der wahrgenommenen Bedrohung unseres Wohlbefindens fertig zu werden. Oft hilft es Trauernden beispielsweise, mit dem Verstorbenen laut zu sprechen. Die rituelle Kommunikation ordnet die Gedanken und Gefühle und ist in vielen Religionen fester Bestandteil der Trauerarbeit.


Wie sollten Kollegen und Vorgesetzte Trauernden begegnen, was ist angemessen? Maria Pirch, Trauerbegleiterin, gibt Unternehmen drei Regeln an die Hand: Innehalten – Aushalten – Abstand halten. Führungskräfte sollten unbedingt Vorbild sein und auf den Trauernden zugehen. Besser als „Melden Sie sich, wenn Sie etwas brauchen, wir sind für Sie da!“, ist es jedoch, direkt zu erfragen, was der Trauernde in diesem Moment an Hilfe oder Unterstützung gebrauchen könnte. So wird der Trauernde entlastet und nicht dazu genötigt, selbst um Unterstützung bitten zu müssen. Generell gilt: „Mitfühlen ist gut, Mitleiden aber bitte nicht.“


Durch Andrea Klahres intensiven und zugewandten Vortrag entwickelte sich eine zutiefst mitfühlende Atmosphäre, die alle Anwesenden sehr berührte. Abschließen möchte ich mit einem Teilnehmerfeedback, das uns per E-Mail erreichte:
„Die gestrige Veranstaltung war nicht nur aus dem Grunde außergewöhnlich, weil so viele der Teilnehmer es gewagt haben, ganz private Einblicke zu zeigen. Da ich auch im Erbrecht berate, waren für mich viele Aspekte besonders wertvoll. Neu für mich die Frage, wie heutzutage mit Trauer in Unternehmen umgegangen wird bzw. umgegangen werden soll. Ein gelungener Vortrag!“


Voller Dankbarkeit gehen wir nun in die Sommerpause.