Salon | „Kommunikation à la Loriot – eine kurze Einführung in die Transaktionsanalyse“

Unser Referent Matthias M. Arndt bot uns mit seinem interessanten, lustigen und prall gefüllten Vortrag im März 2010 zunächst einen Einblick in die Grundidee der Transaktionsanalyse (TA). Konzipiert wurde das Kommunikationsmodell in den fünfziger und sechziger Jahren von Eric Berne, der seine Erfahrungen mit der klassischen Psychoanalyse nach Freud und den ersten Ergebnissen der aufkommenden Hirnforschung verband. Transaktion meint die Interaktion zwischen Personen bei der Kommunikation, die Transaktionsanalyse untersucht also den Vorgang der Kommunikation zwischen (mindestens) zwei Menschen.
 
Jeder Mensch kommuniziert im Rahmen dessen, was er im Laufe seines Lebens erfahren hat, wobei das menschliche Hirn besonders im Alter von 0 bis sechs Jahren die Kommunikationsabläufe der Eltern als unmittelbarste Vorbilder wie ein Aufnahmegerät aufzeichnet und behält. Die TA unterscheidet bei jeder Aussage zwischen dem Eltern-Ich (El-I), dem Erwachsenen-Ich (Er-I) und dem Kind-Ich (K-I). Das El-I kann ein kritisches oder auch ein nährendes, unterstützendes ider förderndes sein. Das K-I kann sich angepasst, rebellisch oder frei äußern. Bei einem „normalen“ Gespräch reagieren die Gesprächspartner auf einer Gesprächsebene, sozusagen auf einer Augenhöhe. Etwa wie hier von Er-I zu Er-I:

Er: „Wie spät ist es?“
Sie: „20.00 Uhr.“

Reagiert der Gesprächspartner mit einem anderen Ich, spricht man von einer gekreuzten TA, die Kommunikation läuft „schief“:

Er: „Wie spät ist es?“ (Das Er-I spricht das Er-I an.)
Sie: „Es ist schon ganz schön spät, mein Lieber!“ (Auf seine Frage reagiert statt dem Er-I das Kritische El-I, das seinem K-I antwortet.)
 
Zur weiteren Einsicht in Kommunikationsvorgänge stellte uns Matthias Arndt das aus der Psychoanalyse stammende Dramadreieck vor. Demnach wirken in jedem von uns drei Kräfte, die sich gegenseitig bedingen und unser Handeln bestimmen: Der Antreiber, der Bremser („Lass das doch!“) und das Symptom. Der Antreiber hat mehrere Komponenten, die in jedem Menschen unterschiedliche große Rollen spielen können: „Sei stark!“, „Beeil Dich!“, „Sei perfekt!“, „Machs recht!“ und „Streng Dich an!“.
 
Diese Komponenten lassen sich auch auf die Kommunikation untereinander übertragen. Die drei Triebkräfte werden symbolisiert durch den Retter, das Opfer und den Verfolger. Retter und Opfer erfahren gegenseitig positive Zuwendung, während die Interaktionen zwischen Verfolger und Retter sowie Verfolger und Opfer als negativ bewertet werden. Die Verfolgerrolle hat der typische „Chef“ als Kontrollmensch, das Opfer ist der von ihm Kontrollierte. Dem Opfer steht der Retter zur Seite. Diese Komponenten agieren miteinander und aufeinander. Das Modell soll helfen, Transparenz in typische Reaktionsmuster zu bringen, um diese im zweiten Schritt zu verändern.
 
Zum Abschluss bewies uns Matthias Arndt, dass sich Loriots Sketche hervorragend mit dem TA-Modell analysieren lassen!
 
Zum Referenten: Matthias M. Arndt, Rechtsanwalt und Wirtschaftsmediator, lebt und arbeitet in Hamburg.